Die Dissertation von Bernhard Gaertner zu Derrida und dem Recht ist ein bemerkenswert eigenständiger Beitrag zur gegenwärtigen Rechtsphilosophie. Sie verbindet die dekonstruktive Theorie Jacques Derrida mit präziser juristischer Argumentation und zeigt, dass sich die Auseinandersetzung mit Textualität, Entscheidung und Gerechtigkeit nicht im Abstrakten erschöpfen muss, sondern dogmatische und methodische Konsequenzen für das Recht entfalten kann.
Dass die Arbeit trotz erheblicher Vorbehalte – insbesondere aus den methodisch stärker formalisierten Hilfsdisziplinen – konsequent ihren Weg gegangen ist, spricht für ihre argumentative Substanz und intellektuelle Unabhängigkeit. Die defensio am ITM (28.2.) hat eindrucksvoll gezeigt, dass hier nicht nur philosophische Belesenheit, sondern auch analytische Schärfe und rechtssystematische Sensibilität zusammenkommen.
Mit dieser Arbeit liegt ein Beitrag vor, der den rechtsphilosophischen Diskurs ernst nimmt, ohne die juristische Praxis aus dem Blick zu verlieren – und gerade darin seine besondere Stärke entfaltet.
Hier das Video https://youtu.be/t4wnQbk0OaM

