Forschungspreis für Dr. Alexandra Zeller – Auszeichnung für exzellente Arbeit an der Schnittstelle von Wissenschaftsfreiheit und Exportkontrolle

Dr. Alexandra Zeller, Justitiarin der Hochschule Bochum, ist am 20. Februar im Rahmen eines Festakts mit dem renommierten Forschungspreis des Fördervereins Gewerblicher Rechtsschutz der Universität Münster ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt ihre herausragende Dissertation zur rechtlichen Verschränkung von Open Access und Exportkontrolle im Kontext des internationalen Wissenstransfers.

Im Zentrum der ausgezeichneten Arbeit steht die grundrechtliche Gewährleistung der Wissenschaftsfreiheit nach Art. 5 Abs. 3 GG und deren Verhältnis zu sicherheitsrechtlichen Beschränkungen durch das Exportkontrollrecht. Die Dissertation analysiert die zunehmenden Spannungen zwischen offener wissenschaftlicher Kommunikation und dem Schutz sicherheitsrelevanter Forschung. Dabei werden die maßgeblichen unions- und nationalrechtlichen Grundlagen ebenso systematisch aufgearbeitet wie praktische Unsicherheiten bei der rechtlichen Einordnung konkreter Forschungsvorhaben.

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Preisträgerin den Compliance-Risiken für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie für Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Arbeit zeigt auf, dass sich Open-Access-Strategien, internationale Kooperationen und exportkontrollrechtliche Genehmigungspflichten in einem komplexen normativen Spannungsfeld bewegen. Abschließend entwickelt die Dissertation Lösungsansätze für einen tragfähigen Ausgleich zwischen Wissenschaftsfreiheit, institutioneller Verantwortung und nationalen Sicherheitsinteressen.

Mit dem Forschungspreis unterstreicht der Förderverein Gewerblicher Rechtsschutz, in  dem wichtige Unternehmen der westfälischen Markenindustrie (zB Miele, Claas oder Bertelsmann) zusammengeschlossen sind, die hohe wissenschaftliche und gesellschaftliche Relevanz der Arbeit. Sie leistet einen substantiellen Beitrag zur aktuellen Debatte um internationale Forschungskooperationen, Dual-Use-Problematiken und die rechtssichere Ausgestaltung offener Wissenschaft.

Im Rahmen der Veranstaltung am 20. Februar fand zudem die Zertifikatsverleihung der Zusatzausbildung Gewerblicher Rechtsschutz statt.

Darüber hinaus wurde die neue Forschergruppe „KI und Urheberrecht“ vorgestellt, die sich künftig vertieft mit den rechtlichen Implikationen generativer Systeme, Trainingsdaten und Schutzkonzepten für kreative Leistungen befassen wird.