{"id":27291,"date":"2019-03-21T16:37:12","date_gmt":"2019-03-21T15:37:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.itm.nrw\/journalismus-und-recht-2019-ein-erfahrungsbericht\/"},"modified":"2019-03-21T16:37:12","modified_gmt":"2019-03-21T15:37:12","slug":"journalismus-und-recht-2019-ein-erfahrungsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.itm.nrw\/en\/journalismus-und-recht-2019-ein-erfahrungsbericht\/","title":{"rendered":"Journalismus und Recht 2019: Ein Erfahrungsbericht"},"content":{"rendered":"<p><strong>F\u00fcr Juristinnen und Juristen er\u00f6ffnen sich auch abseits klassischer juristischer Laufbahnen zahlreiche Chancen. Gro\u00dfer Beliebtheit erfreut sich die Verbindung von juristischer und journalistischer T\u00e4tigkeit. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Zusatzausbildung \u201eJournalismus und Recht\u201c am ITM an, die auch in diesem Jahr von 16 Teilnehmern aus ganz Deutschland absolviert wurde.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Bericht von Julius M\u00fcller-Kassner<\/em><\/p>\n<p>\u201eJuristen und Journalisten haben vor allem gemeinsam, dass ihr Werkzeug die Sprache ist.\u201c Rudolf Porsch, stellvertretender Direktor der Axel Springer Akademie, macht am ersten Tag der Zusatzausbildung deutlich, warum sich eine Verkn\u00fcpfung der beiden Fachgebiete anbietet. Ebenso deutlich wird, dass dieses Werkzeug von Juristen und Journalisten g\u00e4nzlich unterschiedlich verwendet wird &#8211; eine H\u00fcrde, die \u00fcberwunden werden kann, wie sich im Laufe der Woche zeigen wird.<!--more--><\/p>\n<p>Bereits zum 19. Mal fand auch in diesem Jahr die Zusatzausbildung \u201eJournalismus und Recht\u201c am ITM statt. Den Teilnehmern, darunter Studien- wie Berufsanf\u00e4nger, bot sie eine intensive Woche und einen praxisnahen Einblick in die Schnittstelle von journalistischer und juristischer T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Schon der erste Programmpunkt verlangte den Teilnehmern zwei klassisch journalistische F\u00e4higkeiten ab: Arbeiten unter Zeitdruck und Auftreten vor Publikum. Eine Stunde hatten die Teilnehmer, um einen Vortrag \u00fcber ein vorgegebenes und inhaltsschweres Thema vorzubereiten. Die anschlie\u00dfende Pr\u00e4sentation fand unter dem kritischen Auge von <strong>Prof. Dr. Thomas Hoeren <\/strong>statt, Leiter der zivilrechtlichen Abteilung des ITM und ausgebildeter Rhetoriktrainer. Schwierigkeiten zeigten sich vor allem darin, den Vortrag dem Wissensstand und Erwartungshorizont des Publikums anzupassen, inhaltlich wie rhetorisch. Ein Mittelweg zwischen Examensvortrag und rhetorischem \u00dcbereifer m\u00fcsse gefunden werden.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend widmete sich <strong>Rudolf Porsch<\/strong>, stellvertretender Direktor der Axel Springer Akademie, den verschiedenen beruflichen Pfaden auf dem Weg zum Journalisten. Mit den Chancen und Schwierigkeiten journalistischer Laufbahnen in direktem Kontakt verstand er es, Begeisterung f\u00fcr das journalistische Arbeiten zu entfachen. Und nicht zuletzt sorgten seine Schilderungen von internen Entscheidungsprozessen bei der Bild-Zeitung f\u00fcr Erstaunen.<\/p>\n<p>Zum Abschluss des ersten Tages machte <strong>Prof. Dr. Joachim Jahn<\/strong>, Mitglied der Schriftleitung der NJW, auf die sprachlichen Eigenarten der Juristen aufmerksam. Mit zahlreichen Beispielen zu holprigen Satzgebilden, geschwollenen Substantivierungen und unverst\u00e4ndlichem Kanzleistil zeigte er, wie weit juristische und journalistische Sprache auseinander liegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Referent<em><\/em>en des n\u00e4chsten Tags zeigten die Vielfalt an M\u00f6glichkeiten, Journalismus und Rechtswissenschaft beruflich zu verbinden. <strong>Jan Be\u00dfling<\/strong>, Pressesprecher und Marketing-Leiter einer renommierten Wirtschaftskanzlei, gew\u00e4hrte Einblick in seinen Berufsalltag, von der Gr\u00fcndung einer neuen Kanzleiniederlassung bis hin zu unangenehmen Telefonanfragen. In praktischen \u00dcbungen mussten sich die Teilnehmer dann selbst in den oft heiklen Situationen der \u00d6ffentlichkeitsarbeit behaupten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Andreas Janning<\/strong> f\u00fchrte als ehemaliger WDR-Redakteur mit Schwerpunkt Recht und Justiz in die Welt des Radio- und Fernsehjournalismus ein. Anhand von eigenen Fernsehbeitr\u00e4gen wurde deutlich, dass juristischer Inhalt interessant und allgemeinverst\u00e4ndlich aufbereitet werden kann. Obendrauf gab es f\u00fcr die Seminaristen einen Energieschub per Traubenzucker und ein Sendung-mit-der-Maus-Poster zum Mitnehmen.<\/p>\n<p>Der Mittwoch stand ganz im Zeichen von redaktioneller Arbeit bei juristischen Fachzeitschriften. Unter der Anleitung von <strong>Anke Zimmer-Helfrich <\/strong>und <strong>Ruth Schr\u00f6dl<\/strong>, Chefredakteurin und Redakteurin beim C.H. Beck-Verlag, durften sich die Seminarteilnehmer als Zeitschriften-Start-up versuchen und eine eigene juristische Fachzeitschrift konzipieren. Auch wenn die Wirtschaftlichkeit der Zeitschriften teils etwas au\u00dfer Acht gelassen wurde, \u00fcberzeugten die Teilnehmer mit innovativen Ideen f\u00fcr neue Fachzeitschriften.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Tag begann fr\u00fch vor den T\u00fcren des Landgerichts M\u00fcnster. Nach einer Einf\u00fchrung durch Pressesprecher <strong>Dr. Steffen Vahlhaus <\/strong>besuchten die Teilnehmer verschiedene Gerichtsverhandlungen, um anschlie\u00dfend eine Gerichtsreportage zu verfassen. Ob Diebstahl, Fahrerflucht oder medizinische Details in einem Arzthaftungsprozess: Auch ohne Mord- und Totschlag gab es eine Menge zu berichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Karin V\u00f6lker<\/strong>, Redakteurin der Westf\u00e4lischen Nachrichten, hatte die Teilnehmer schon zu Beginn der Woche mit den Techniken der Gerichtsreportage vertraut gemacht und lauschte nun den Ergebnissen. Die Arbeit als Gerichtsreporterin sei oft unvorhersehbar und verlange manchmal auch die F\u00e4higkeit, aus wenig viel zu machen, so ihr Fazit. Trotz allgemeiner Ersch\u00f6pfung fesselte Oberstaatsanwalt und Pressedezernent <strong>Martin Botzenhardt <\/strong>die Teilnehmer am Abend mit diversen presseethischen Fragestellungen, etwa zur Verdachtsberichterstattung und zur Nennung der Herkunft von T\u00e4tern.<\/p>\n<p>Sein Finale und nach Meinung aller auch seinen emotionalen H\u00f6hepunkt fand das Seminar im Vortrag von <strong>Friedrich Kurz<\/strong>, Redakteur bei Frontal 21. Mitrei\u00dfende Erz\u00e4hlungen unterlegten seine Fernsehberichte, die von der Aufdeckung des Dieselskandals \u00fcber die Begleitung von DDR-Fl\u00fcchtlingen bis hin zu Kriegsberichten aus Sarajevo reichten. Auch wenn Referent wie Zuh\u00f6rerschaft wohl noch lange weiter erz\u00e4hlt und zugeh\u00f6rt h\u00e4tten, endete das Seminar schlie\u00dflich mit der Verleihung der Zertifikate.<\/p>\n<p>Die Worte Professor Hoerens zu Beginn der Woche, dass die Teilnehmer nach den f\u00fcnf Tagen ersch\u00f6pft ins Bett fallen werden, werden sich wohl weitgehend best\u00e4tigt haben. Nach den ereignisreichen Tagen blicken sie aber vor allem auf interessante Vortr\u00e4ge und lehrreiche Praxis\u00fcbungen zur\u00fcck und mit neuer Perspektive auf die Schnittstelle zwischen Journalismus und Recht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Juristinnen und Juristen er\u00f6ffnen sich auch abseits klassischer juristischer Laufbahnen zahlreiche Chancen. Gro\u00dfer Beliebtheit erfreut sich die Verbindung von juristischer und journalistischer T\u00e4tigkeit. 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