> Distance Learning

Distance Learning umfasst – abstrakt betrachtet – den gesamten Fernunterricht über das Internet (so steht es im Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz; BT-Drucks, 18/12329, S. 36). Anders als in der Präsenzlehre verfolgen die Kursteilnehmer die Lehrveranstaltung an eigenen Endgeräten (z.B. Smartphone/Computer). Neben der digitalen Durchführung von Vorlesungen, Arbeitsgemeinschaften oder Seminaren erfasst der weite Begriff des Distance Learning auch flankierende Aufgaben, wie die Bereitstellung von Materialien zur Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen.

Technisch können Vorlesungen digital im Wege von Live-Streams oder Vorlesungsaufzeichnungen ausgebracht werden. Die technische Umsetzung ist dabei nicht auf eine bestimmte Form festgelegt. Einerseits können mittels Videokonferenztools (z.B. Zoom) Vorlesungen einem geschlossenen Personenkreis zugänglich gemacht werden. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, Vorlesungen in öffentlich zugänglichen Quellen sowohl Teilnehmern einer Lehrveranstaltung als auch Dritten zugänglich zu machen. Darüber hinaus erfasst Distance Learning im Einzelfall auch spezifischen E-Mail-Verkehr sowie die Nutzung von Messenger-Diensten und Education Apps (z.B. Moodle). Als besondere Form des Distance Learning haben sich die sog. MOOCS (massive open online courses) etabliert. Diese bezeichnen eine spezielle Form der Online-Lehre, die sich an eine große Zahl von Teilnehmern richtet und die den freien webbasierten Zugang zu Lehr- und Lernunterlagen vorsieht. (zu Problemen von MOOCS aus datenschutzrechtlicher Perspektive, NordÖR 2020, 60). Das Distance Learning umfasst damit in seiner Gesamtheit eine Vielzahl unterschiedlicher Sachverhalte, deren rechtliche Einordnung manigfaltige Problemstellungen aufwirft.

Quellen: „Lehre Praktisch Wiki der Fernuni HagenVirtuelle Hochschule Bayern